Lakewood

Die Geschichte von Lakewood Guitars begann 1979, als Martin Seeliger, Inhaber der Firma, seine Eltern enttäuschte und anstelle der Juristen-Laufbahn, die des Gitarrenbauers einschlug. Nach der Ausbildung bei Gitarrenbauer Manfred Pletz und einigen weiteren Stationen machte Martin Seeliger 1984 seinen Meister im Zupfinstrumentenbau. 1986 begann er mit dem Aufbau einer eigenen Werkstatt für Westerngitarren. Was er noch dringend benötigte, war ein Name, der sowohl im deutschen wie auch im englisch-amerikanischen Markt Anklang finden würde, und der so klangvoll sein sollte, wie der Sound seiner Gitarren. So stand die kleine Stadt Lakewood am Eriesee in Cleveland, USA, Pate für Deutschlands bekanntesten Westerngitarren.

Getreu dem Leitspruch, das Gute zu Gunsten des Besseren aufzugeben, entwickelten sich langsam die inzwischen typischen Lakewood Merkmale. Holzstärken sowie Beleistung der Decke und des Bodens sind ebenfalls wichtige Faktoren der Klangbildung. Die Schallloch-Verzierung ist einzigartig und macht jede Lakewood sofort erkennbar. Lakewood baut vornehmlich mit klassischen Instrumentenbauhölzern, bietet aber auch einige Exoten. Mahagoni, Palisander, Ovankol, Ahorn und Ebenholz sind typische Hölzer – Cocobolo, Zirikote oder Macassar-Ebenholz allgemein wohl seltener zu finden, bei Lakewood jedoch fest im Programm.

Vor allem die Dreadnought-Modelle von Lakewood sind äußerst vielseitig einsetzbare Instrumente, die sowohl für Fingerpicking, als auch für Flatpicking geeignet sind. Beim Strumming bewähren sie sich durch einen äußerst differenzierten Klang, der nie schwammig wird. Einzelne Töne bleiben stets wahrnehmbar und klar. Alle Lakewood Gitarren verfügen über die typische Wölbungskonstruktion, die den Instrumenten ihre einzigartig schnelle Ansprache verleiht.

Heute ist Lakewood eine Firma mit knapp zwanzig Mitarbeitern. Lakewood versucht, moderne Techniken einzusetzen, wo Genauigkeit und Qualität es erfordern. Im Herbst 1998 wurde von Lakewood beispielsweise ein modernes Lackierverfahren für Gitarren etabliert, bei dem durch UV-Bestrahlung die Trockenzeit der Lacke auf wenige Sekunden reduziert wurde. Gleichzeitig bedeutete dieses System weniger Emissionen und damit eine geringere Umweltbelastung. In Europa wurde dieses UV-System somit zum ersten Mal im Gitarrenbau eingesetzt. Für Lakewood bedeutete es einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft. Darüber hinaus setzte Lakewood bei der Herstellung der Gitarren die modernste CNC-Technologie für eine bessere Qualität ein.

Lakewood Gitarren gehören längst zu den besten Akustikgitarren und können sich mühelos mit den großen Namen der Branche messen. Dabei ist es Martin Seeliger gelungen, seinen Instrumenten einen eigenen Klangcharakter zu geben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man schon lange neben einem typischen Martin- oder Gibson-Sound auch einen typischen Lakewood-Sound heraushören kann. Lakewood Gitarren findet man im Bereich des Blues, Folk, Bluegrass, bei Songschreibern, Fingerpickern und Solointerpreten, im Bereich des Rock und Pop, oder in der Klassik.