Mikrofon
Innerhalb einer PA-Anlage oder auch im Studio bilden alle beteiligten Audiogeräte – vom Mikrofon bis zum Lautsprecher – eine Signalkette. Hier gilt wie beim Fußball: Die Mannschaft ist immer nur so gut wie der schwächste Mitspieler.
Die Komponenten einer Übertragungsanlage sollten daher qualitativ aufeinander abgestimmt sein, wobei das vor allem für das Mikrofon gilt, das grundsätzlich das schwächste Glied in der Signalkette „Mikrofon-Lautsprecher“ darstellt.

Betrachtet man das Übertragungsverhalten der einzelnen Geräte einmal näher, so lassen sich leicht prinzipielle Unterschiede erkennen. Es ist auffällig, dass beispielsweise Endstufen, Mischpulte oder Effektgeräte einen guten bis sehr guten Frequenzgang haben. Die Abweichungen vom Ideal einer glatten Linie liegen in der Größenordnung von etwa 0.5 bis 1 dB und damit an der Grenze des Hörbaren. Anders verhält es sich mit Mikrofonen und Lautsprechern. Hier sind die Differenzen weitaus größer, wobei der Lautsprecher mit seinen starken Resonanzen und tiefen Kerben im Frequenzgang vergleichsweise am schlechtesten abschneidet.

Dieses bestätigt sich auch in der Praxis. Bei Mischpulten sind im Gegensatz zu Lautsprechern und Mikrofonen die hörbaren Klangunterschiede doch recht gering. Zwar können die größeren Mischpulte in der Regel mit mehr Bedie-nungskomfort und Schaltmöglichkeiten aufwarten, aber im Klang ist ein einfacher 12-Kanalmischer nur bei direktem A/B-Vergleich von einem teuren Mischpult zu unterscheiden. Natürlich rauschen die preiswerten Mischpulte mehr.

Auch bei Endstufen gibt es nur relativ geringe Klangunterschiede. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale liegen wohl in den verfügbaren Leistungen, im Impulsverhalten bei tiefen Frequenzen oder in der Betriebssicherheit, ein gewiss nicht unwesentlicher Faktor.
All diesen Geräten gemeinsam ist, dass sie – vom Eingang bis zum Ausgang betrachtet – ausschließlich elektrische Signale verarbeiten. Die Herstellung von Geräten, die das in guter Qualität bewerkstelligen, bereitet heutzutage keine großen technischen Schwierigkeiten.

Anders jedoch bei Mikrofonen und Lautsprechern: Ein Mikrofon bekommt ein akustisches Eingangssignal (Schallwellen), das es in ein elektrisches Ausgangssignal (Wechselspannung) umwandeln soll. Beim Lautsprecher ist es genau umgekehrt. Es soll aus dem elektrischen Signal Schallwellen erzeugen. Mikrofone und Lautsprecher werden daher auch als elektroakustische Wandler bezeichnet.
Genau diese Übertragungsglieder bilden auch die Schwachstellen in der gesamten Signalkette. Wandler haben im Gegensatz zu den anderen rein elektrisch arbeitenden Geräten einen vergleichsweise welligen Frequenzgang, einen hohen Klirrfaktor und ein schlechtes Impulsverhalten.

Die Qualität von Mikrofonen und Lautsprechern sollte daher am meisten beachtet werden. Was nützt beispielsweise das edelste Mischpult, wenn bereits das Eingangssignal durch ein minderwertiges Mikrofon (oder dessen ungünstige Positionierung) nicht in Ordnung ist. Logische Schlussfolgerung: Wer Spass an seiner PA-Anlage haben will, sollte unbedingt in gute Mikrofone und Lautsprecher investieren.

Vocal-Mikrofone
Mit Vocal-Handmikrofonen sind Mikrofone gemeint, die bei Live-Veranstaltungen zumeist in der Hand gehalten werden. An diese Typen werden besondere Anforderungen gestellt: Die Mikrofone müssen unempfindlich gegen Übersteuerung und akustische Rückkopplungen sein. Niere oder Super-/Hyperniere sind die am häufigsten verwendeten Richtcharakteristiken. Sie müssen mechanisch robust sein, satte Bässe und „crispe“ Höhen haben. Der Frequenzgang ist meistens bewusst verbogen. Diese Mikrofone sollen „Sound“ machen. Meistens kommen Typen mit ausgeprägten Nahbesprechungseffekt zum Einsatz. Im übrigen sollte man darauf achten, dass Pop- und Windgeräusche, aber insbesondere auch Griffgeräusche gut unterdrückt werden.

Kammfiltereffekte
Kammfiltereffekte sind für sich betrachtet nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Sie sind eine unmittelbare Folge der Raumakustik und damit sozusagen ein „Naturphänomen“. Da wir uns meistens in geschlossenen, d.h. reflektionsbehafteten Räumen aufhalten, sind wir ihnen auch ständig ausgesetzt. Mehr noch: Da unser Ortungssinn auf dem Vorhandensein zweier Signale (das unserer beiden Ohren) basiert, entsprechen Kammfiltereffekte unserer gewohnten Hörerfahrung, sodass wir sie nicht bewusst wahrnehmen.

Kammfiltereffekte im Audiosignal einer PA-Anlage sind im Gegensatz dazu jedoch höchst unerwünscht. Und das stellt durchaus keinen Widerrspruch dar, sondern ist leicht einsehbar: Denn erstens möchte man ja nicht die Raumakustik der Bühne übertragen. Die von den einzelnen Bühnenmikrofonen abgegebenen Signale wären hierzu ohnehin nicht geeignet und würden unseren Ortungssinn obendrein nur irritieren. Zweitens sollen die einzelnen Mikrofonsignale akustisch möglichst naturgetreu dem entsprechen, was der jeweilige Musiker spielt, bzw. der Redner vorträgt. Die Signale müssen hierzu so direkt wie eben möglich sein.

Sind die von den Mikrofonen stammenden Signale bereits mit Kammfiltereffekten
behaftet, lassen sie sich durch kein noch so intelligentes Effektgerät beseitigen.
Die Folge ist ein von unzähligen Peaks und Auslöschungen (sogenannten Notches)
bestimmter Frequenzgang, was sich in einem „verwaschenen“ undurchsichtigen Gesamtsound äußert.

Wie entstehen Kammfilterffekte
Ein Beispiel: Eine Musikband spielt auf der Bühne. Es sind wie in den meisten Fällen mehr als zehn Mikrofone im Einsatz. Jedes Instrument wird mit einem eigenen Mikrofon abgenommen.

Nun haben Mikrofone die unangenehme Eigenart, dass sie nicht unmittelbar unterscheiden können, was sie eigentlich aufnehmen sollen und was nicht. So wird z.B. die Bassgitarre zwar am lautesten von dem dafür vorgesehenen Mikrofon (vor dem Bass-Combo) aufgenommen. Trotz des Einsatzes von richtenden Mikrofonen nehmen aber auch die Mikrofone des daneben stehenden Gitarren-Kofferverstärkers, die des Schlagzeugs und auch das Gesangsmikrofon die Bassgitarre mit auf. Dieses Übersprechen (Crosstalk) ist ein großes Problem.

Mikrofone für die Schlagzeugabnahme
Die Mikrofonabnahme des Schlagzeugs ist sowohl auf der Bühne als auch im Studio eine recht komplexe Angelegenheit und deshalb auch ein kontroverses Thema.
Gerade beim Schlagzeug spielt die Wahl der Mikrofone und deren Positionierung eine sehr große Rolle. Es ist wohl eine Eigenart dieses Instruments, dass bei geschickter Aufnahmetechnik selbst aus einer relativ „billigen Schießbude“ über die PA-Anlage noch ein erstaunlich guter Sound gezaubert werden kann.

So bieten sich für die Abnahme der Bass Drum neben herkömmlichen Kick-Mic’s Grenzflächenmikrofone an. Wird z.B. das Mikrofon auf eine Platte montiert und entweder in die Bass Drum oder direkt davor platziert, ergibt sich ein erstaunlich knackiger Bass Drum Kick.

Für die Snare und die Toms eignen sich Mikrofone mit Nierencharakteristik, die auf Grund ihrer Richtwirkung Signalanteile von der Mikrofonrückseite sehr gut unterdrücken können. Weil sie großen Schalldruck verarbeiten, ermöglichen sie die Abnahme dieser sehr lauten und perkussiven Instrumente.

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Mikrofonanordnung. Werden die Mikrofone an der Tom-Oberseite nur wenige Zentimeter oberhalb des Schlagfells platziert, so ist der Anschlag der Stöcke sehr deutlich zu hören. Der Klang ist sauber und ohne störende Resonanzen. Nachteilig ist jedoch das Übersprechen benachbarter Schallquellen.

Um das Übersprechen zu verringern, können die Mikrofone auch in den Tom-Kesseln befestigt werden. Das Anschlagsgeräusch tritt jetzt zwar etwas in den Hintergrund, dafür bekommen die Toms etwas mehr „Toncharakter“. Für welche der beiden Mikrofonanordnungen man sich entscheidet, ist wiederum Geschmackssache. Am besten probiert man beide Varianten aus.

Es gibt immer noch den Irrglauben, dass die Becken eines Schlagzeuges hauptsächlich Frequenzen über 5 kHz abgeben. Zwar ist in dem Klanggemisch im Unterschied zu anderen Instrumenten kein eindeutiger, tiefer Grundton herauszuhören, dennoch wird ein sehr breitbandiges Signal erzeugt, das den weiten Frequenzbereich von 100 Hz bis 20 kHz abdecken kann.

Um das gesamte Spektrum zu erfassen, kann ein Mikrofon am Beckenrand platziert werden. Wird allerdings das Becken mehrmals angeschlagen, so gerät es auf dem Ständer leicht ins Pendeln. Dadurch ändert sich der Abstand zum Mikrofon und es treten periodische Lautstärkeschwankungen auf. Bei der Platzierung in der Beckenmitte (egal ob über oder unter dem Becken) dagegen ist dieses Problem minimal. Da das Mikrofon recht nahe am Becken platziert werden kann, ist zudem das Nutzsignal sehr laut, so dass es auch keine Probleme mit dem Übersprechen geben dürfte.

Wegen des weiten Frequenzbereichs liegt es nahe, Kondensatormikrofone für die Beckenabnahme einzusetzen. Der erwünschte seidige Klang wird mit dem dynamischen Modell einfach nicht erreicht.

Der Grundsound der Bass Drum liegt je nach Stimmung und Durchmesser bei etwa 50 Hz. Der Obertongehalt ist abhängig von Trommelfell, Material und Konstruktion des Schlegels sowie der Dämpfung. Deutliche Obertöne liegen bei max. 2 - 3 Oktaven über dem Grundton. Die Schlaggeräusche tragen mit Obertönen bis zu 5 kHz (!) zum Gesamtklang bei.

Damit die Bass Drum nicht so „wummert“, wird sie in den meisten Fällen abgedämpft. Das erforderliche Maß an Schalldämpfung kann nur durch Probieren ermittelt werden. Die Mikrofonabnahme der Bass Drum ist unproblematisch. Am besten wird das Mikrofon mit einem kurzen Stativ so positioniert, dass es durch das Loch im Resonanzfell in die Trommel ragt. Neben einem guten Klang hat das den Vorteil, dass das Übersprechen unerwünschter Schallquellen besonders bei den hohen Frequenzen effektiv unterdrückt wird.

Die verwendeten Mikrofone müssen natürlich eine gute Basswiedergabe haben. Da in der Bass Drum lautstarke Impuls auftreten, können einige schalldruckempfindliche Kondensatormikrofone nicht genutzt werden. Meistens reichen für die Abnahme dynamische Typen. Werden Kondensatormikrofon benutzt, muss darauf geachtet werden, dass sich dieser Mikrofontyp (– vor allem im Bassbereich –) grundsätzlich neutraler verhält als die dynamischen Verwandten. So hat z.B. das AKG D112 bei 100 Hz eine deutliche Bassbetonung.

Auch die Platzierung des Mikrofons in der Bass Drum spielt klanglich eine Rolle. Der Abstand zum Fell sollte 10 – 15 cm betragen. Die exakte Ausrichtung ist wiederum reine Geschmackssache. Bei der Verwendung von Kondensatormikrofonen muss beachtet werden, dass in der Fellmitte die stärksten Impulse auftreten, und die Verzerrungen dort am größten ist.

Der Grundton eines 16“-Hänge-Toms hat eine Frequenz von ca. 70 Hz, der eines 12“-Hänge-Toms ca. 120 Hz. Die Obertöne erreichen kaum 1 kHz, die Schlaggeräusche reichen bis etwa 6 kHz. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten für eine Mikrofonanordnung. Die Mikrofone von der Tom-Oberseite nur wenige Zentimeter oberhalb des Schlagfells zu platzieren, hat den Vorteil, dass der Anschlag der Stöcke sehr deutlich hörbar wird. Der Klang ist sauber und ohne störende Resonanzen, es kommt jedoch zum Übersprechen benachbarter Schallquellen.

Um das Übersprechen zu verringern, können die Mikrofone auch in den Tom-Kesseln befestigt werden. Das Anschlaggeräusch tritt jetzt zwar etwas in den Hintergrund, dafür bekommen die Toms etwas mehr „Toncharakter“. Durchgesetzt hat sich aber in den letzten Jahren die Platzierung an der Tom-Oberseite. Mit präzise eingestellten Gates kann das Übersprechen der anderen Schallquellen auf Null reduziert werden.

Bezüglich der Mikrofonauswahl erweisen sich Toms als recht anspruchslos. Da weder besonders tiefe noch besonders hohe Frequenzen übertragen werden müssen, ist die Investition in teure Kondensatormikrofone wenig sinnvoll. Selbst ausrangierte Gesangmikrofon eignen sich für die Abnahme. Sie können allerdingsnicht direkt am Tom befestigt werden, sondern brauchen ein Stativ. So haben sich in den letzten Jahren preiswerte Allround-Mics mit passender Tom-Halterung durchge-setzt, die neben der Tom-Abnahme auch für andere akustische Instrumente genutzt werden.

Viele Musiker glauben, dass Becken hauptsächlich hohe Frequenzen über etwa 5 kHz abgeben. Das ist jedoch ein Irrtum. Zwar ist in dem Klanggemisch im Unterschied zu anderen Musikinstrumenten kein eindeutiger tiefer Grundton herauszuhören. Dennoch wird ein sehr breitbandiges Signal erzeugt, das den weiten Frequenzbereich von 100 Hz bis 20 kHz überstreichen kann. Zur Abnahme von mehreren Becken kommen sogenannte Overhead-Mikrofone zum Einsatz. Das sind zwei Einzelmikrofone (meist Kondensatormikrofone), die in etwas größerem Abstand oberhalb der Becken positioniert und meistens Stereo abgemischt werden.

Die Becken der HiHat sind sehr obertonreich. Die erzeugten Frequenzen reichen über 20 kHz hinaus. Das Mikrofon sollte zur Abnahme einige Zentimeter über dem oberen Becken – von der Snare wegweisend – platziert werden, damit das Übersprechen gering ist. Eine seitliche Position, genau in Höhe zwischen Ober- und Unterbecken ist zu vermeiden, da dort Windgeräusche auftreten können. Bei der Mikrofonauswahl gilt Kondensatormikrofone klingen deutlich besser!

Es gibt viele Instrumente, die in die Rubrik „Percussion“ fallen. Es scheint gar so, als würde die Liste der auf der Bühne und im Studio eingesetzten Percussion-Instrumente ständig länger werden. Hinsichtlich der Mikrofonabnahme ist es vielleicht am sinnvollsten, sie in zwei Gruppen einzuteilen. Zur ersten Gruppe gehören Instrumente, die auf Stativen befestigt werden und somit auf der Bühne ihren festen Standort haben wie z.B. Congas, Marimba, Shime oder Timpales. Diese Instrumente benötigen meistens ein eigenes Mikrofon, das auf die jeweiligen Klangeigenschaften abgestimmt sein sollte.

Die zweite große Gruppe bilden Instrumente, die beim Spielen in der Hand gehalten werden wie z.B. Tambourin, Maraccas, Agogo, Mulitguiro, Cabasa oder Shekere. Hiervon gibt es eine ganze Unzahl. Viele dieser Instrumente werden weniger häufig eingesetzt. Manchmal sind es auch nur „Effekte“, sie sehr selten eingesetzt werden. Für diese Instrumentengruppe ist es am praktischsten, ein Mikrofon vorzusehen, das auf einem Stativ befestigt ist. Dieses „Universal“-Mikrofon sollte einen möglichst weiten Frequenzgang ohne Klangverfärbung haben. Ein gerichtetes Kondensatormikrofon (Niere, ohne Nahbesprechungseffekt) ist dafür am geeignetesten.

Congas sind recht obertonarm. Der Grundton liegt bei ca. 150 Hz, die Obertöne reichen bis max. 2 kHz. Unter Umständen genügt die Abnahme mit nur einem Mikrofon, das mittig zwischen den beiden Congas ca. 20 cm über den Schlagfellen platziert wird. Sind die Congas ein wesentliches Stilelement in der Musik, und man möchte sie Stereo abmischen, werden zwei Mikrofone benötigt. Diese werden in der Mitte zwischen beiden Congas platziert und weisen von dort in Richtung der jeweiligen Instrumente. Ähnlich wie bei den Schlagzeug-Toms werden an die Mikrofone keine allzu hohen Ansprüche gestellt, so dass relativ preiswerte, dynamische Mikrofone vollauf genügen.

Bongos haben einen Grundton bei ca. 200 Hz, die Obertöne reichen bis ca. 1 kHz. Die Anschlaggeräusche erzeugen dabei Frequenzen bis etwa 5 kHz. Die Mikrofonauswahl und Patzierung kann analog wie bei den Congas erfolgen. Um das Übersprechen mit anderen Instrumenten zu verringern, können die Bässe am Mischpult abgesenkt werden – oder es kann der Bass-Cut-Schalter (soweit vorhanden) am Mikrofon eingeschaltet werden.

Mikrofone für Blasinstrumente
Die sehr große Gruppe der Blasinstrumente wird traditionellerweise in Blechblas- und Holzblasinstrumente unterteilt. Leider ist diese recht grobe Einteilung teilweise etwas irreführend, und die Zuordnung der Instrumente erscheint nicht immer logisch. So wird beispielsweise das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten gezählt, obwohl es aus Metall gefertigt ist. Bei diesem Instrument besteht lediglich das Rohrblatt des Mundstückes aus Holz, was allgemein als Rechtfertigung für die Klassifizierung als Holzblasinstrument angesehen wird.

Blechblasinstrumente sind sogenannte Lippenblasinstrumente. Die Abnahme dieser Instrumente ist relativ einfach. Alle Frequenzen werden ausschließlich durch den Trichter abgegeben. Hierdurch ergibt sich eine symmetrische, relativ gleichmäßige Abstrahlcharakteristik. Da das erzeugte Signal laut ist, wird es auf der Bühne kaum Probleme
mit akustischen Rückkopplungen geben.

Mikrofone für E-Gitarren-Amps
Abgesehen vom unterschiedlichen Tonumfang sind sich E-Gitarre und E-Bass bezüglich Konstruktion, Tonerzeugung und Verstärkung recht ähnlich. Dennoch wird die E-Gitarre sowohl live als auch im Studio nur selten über eine DI-Box abgenommen. Der Grundtonumfang einer Gitarre ist mit knapp vier Oktaven nicht überragend groß. Er reicht von 82 Hz bis 1109 Hz (C#, für 21 Bünde). Hinzu kommen die Obertöne, die natürlich stark von der Spielweise und der Klangeinstellung abhängen. Kurioserweise ist der Frequenzgang der Gitarre selbst (bei passiver Elektronik) von der Qualität des Gitarrenkabels und der Eingangsimpedanz des benutzten Verstärkers abhängig. Ein elektromagnetischer Tonabnehmer wäre im Prinzip durchaus in der Lage, Frequenzen bis weit über den Hörbereich hinaus abzugeben. Mit der üblichen Beschallung liegt die obere Frequenz bei etwa 7 kHz.

Das Thema „Gitarrensound“ – ob nun verzerrt oder clean – ist eigentlich eine eigene Philosophie. Das Optimum ist obendrein modischen Trends unterworfen, so dass die Suche nach dem ultimativen und zugleich individuellen Sound nie endet. Es wird schnell deutlich, dass gerade bei der E-Gitarre die gesamte Signalkette aus Gitarre, Tonabnehmer, Effektgeräte, Verstärker und auch dem Mikrofon das Ergebnis ausmacht.
Erst die richtige Mischung macht’s! Es liegt daher nahe, das Signal nicht irgendwo vorher elektrisch „abzuzapfen“, sondern mit einem Mikrofon direkt an der akustischen Quelle abzunehmen!

Hinsichtlich des Frequenzganges werden an die verwendeten Mikrofone keine allzu hohe Ansprüche gestellt. Es müssen weder besonders tiefe Bässe noch sehr hohe Frequenzen wiedergegeben werden, so dass auch durchaus Modelle der unteren Preisklasse in Frage kommen. Da die Mikrofone beim Bühneneinsatz am besten direkt vor einen Lautsprecher der Box gestellt werden, müssen sie recht große Schalldruckpegel verarbeiten können.
Um das Übersprechen so gering wie möglich zu halten, sollten es gerichtete Mikrofone sein. Die klanglich optimale Position sollte durch Ausprobieren ermittelt werden.

Mikrofon für den E-Bass-Amp
Der tiefste Ton der Bassgitarre hat eine Frequenz von 41 Hz, der höchste ca. 350 Hz. Bei fünf- oder sechssaitigen Modellen ist der Frequenzumfang entsprechend erweitert. Hinzu kommen Obertöne bis ca. 5 kHz, die den charakteristischen Klang eines Instrumentes ausmachen. Der Anteil des Obertonspektrums hängt natürlich ganz stark von der Spielweise ab. Auf der Bühne wird der Bass in den meisten Fällen mit einer DI-Box abgenommen. Im Gegensatz zur E-Gitarren liefert sie klanglich gute Ergebnisse und man vermeidet die Nachteile einer Mikrofonabnahme (z.B. das Übersprechen anderer Instrumente). Obendrein ist eine DI-Box meistens billiger als ein geeignetes Mikrofon. Falls der Verstärker einen Line-Pegel-Ausgang hat, kann auch dieser genutzt werden. Dennoch sollte man bei langen Kabelwegen auf eine symmetrische Signalübertragung achten. Manche Verstärker haben für diese Zwecke sogar einen Symmetrier-Übertrager eingebaut, was nicht für alle Buchsen, die mit „DI-Out“ beschriften sind, gelten muss.

Wer dennoch nicht auf eine Mikrofonabnahme verzichten will, muss auf relativ teure Mikrofon zurückgreifen, denn die meisten preiswerteren Modelle geben die tiefen Frequenzen nicht hinreichend wieder. Am geeignetesten sind dynamische Mikrofone, da sie einen hohen Schalldruck verarbeiten können. Typischen Bass-Combo/Box-Mikrofone sind meistens auch Mikrofone für die Abnahme einer Kick Drum. Dazu gehört z.B. der Klassiker AKG D112, das Audix D6 oder auch das Sennheiser e 602.

Mikrofone für Saiteninstrumente
Die Mikrofonabnahme akustischer Gitarren und vieler andere Saiteninstrumente ist insbesondere auf lauten Bühnen recht problematisch. Die Gitarre ist im Vergleich zu anderen Instrumenten sehr leise, so dass das Mikrofonsignal im Mischpult stark ausgesteuert werden muss. Bedingt durch die hohe Verstärkung ist die Rückkopplungsgefahr und das Übersprechen anderer Schallquellen hoch. In dieser Situation kann man nur versuchen, mit möglichst kurzen Mikrofonabständen zu arbeiten. Bei einer Stativpositionierung müssen gerichtete Mikrofone verwendet werden, die allerdings keinen Nahbesprechungseffekt haben sollten, da sich mit jeder Abstandsänderung auch der Klang stark ändert.

Mit der Verbesserung von in Gitarren integrierten Tonabnehmersystemen hat sich in den letzten Jahren die Marktsituation sehr gewandelt. Zahlreiche Hersteller wie z.B. Takamine, Washburn, Lakewood oder Yamaha betätigen sich auf dem Feld der Elektroakustikgitarren in zum Teil günstigen Preislagen. Tatsächlich greifen heute sicherlich 90 Prozent aller Musiker, die eine akustische Gitarre live spielen wollen, zu einer Elektroakustik. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine Mikrofonabnahme der akustischen Gitarre unumgänglich ist, weil nur sie ein absolut natürliches Klangbild liefern kann. Geeignete Mikrofone sind beispielsweise Kondensatormikrofone der folgenden Hersteller: Behringer B5, Audix ADX51, Audio-Technica ATM450 oder auch Sennheiser e614.

Mikrofone für Klavier/Flügel
Kaum ein anderes Instrument bereitet im Hinblick auf eine klanglich optimale Mikrofonabnahme so viele Schwierigkeiten wie der Flügel. Zum einen besitzt dieses Instrument einen recht große Dynamikumfang, wobei je nach Spielweise ein sehr perkussives Klangverhalten mit schnellen Impulsen erreicht werden kann. Zum anderen stellt ein Flügel einen sehr großen Klangkörper dar. Das Abstrahlverhalten ist dabei stark frequenzabhängig und die Richtcharakteristik sehr unregelmäßig, so dass eine leichte Positionsänderung des Mikrofons große klangliche Unterschiede bewirkt.

Große Flügel haben einen Frequenzumfang von 27.5 Hz bis 4.100 Hz (Grundtonumfang). Die tiefen Bässe werden im Vergleich zu Tönen um 150 Hz etwa 20 dB leiser wiedergegeben. Während tiefe Töne bei hartem Anschlag recht obertonreich sind (max. 3 kHz, d.h. fast sechs Oktaven), nimmt der Obertongehalt bei den hohen Lagen stark ab. Das Schallsignal hoher Töne verläuft – auch bei lautem Anschlag – fast sinusförmig, mit Obertönen bis max. 11 kHz. Das sind nur etwa 1.5 Oktaven. Allerdings werden die von der mechanischen Tastatur erzeugten Anschlaggeräusche bei den hohen Lagen nicht mehr so gut überdeckt und nehmen scheinbar zu.

Bei der Abnahme auf der Bühne muss man mit den Mikrofonen sehr nahe an den Flügel heran, um Rückkopplungen und das Übersprechen mit den Mikrofonen anderer Instrumente zu vermeiden. Die Abnahme mit nur einem Mikrofon ist praktisch nicht möglich, da der Flügel eine zu große Schallquelle darstellt. Die Platzierung ist letztlich immer ein Kompromiss. Bevorzugt werden Grenzflächen-Mikrofone, die innen am Deckel befestigt werden. So kann der Deckel geschlossen und die Gefahr einer Rückkoppelung effektiv auf ein Minimum reduziert werden.

Das Klavier ähnelt in seinen akustischen Eigenschaften sehr dem Flügel, deshalb kann im Prinzip die gleiche Art der Mikrofonabnahme erfolgen. Beim Bühneneinsatz werden die Mikrofone in das Klavier gehängt bzw. geklebt. Es können die gleichen Mikrofontypen wie bei der Abnahme des Flügels benutzt werden.
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