E-Bässe – Tipps zum Kauf
Die Aufgabe eines Bassisten ist es, die Band mit seinem Groove zu unterstützen und zusammen mit dem Schlagzeuger das Timing zu bestimmen. Ohne den gleichmäßigen Groove des Bassisten verlieren selbst gute Gitarristen schon mal die Orientierung... Deshalb kommt es beim Erlernen dieses Instrumentes auch nicht so sehr darauf an, schnell bestimmte Licks spielen zu können oder irgendwelche Riffs mit "240 beats per minute" runterzuspielen. Vielmehr kommt es darauf an, Kontinuität und Gleichmäßigkeit der gesamten Band maßgeblich zu unterstützen. Das klingt im ersten Moment vielleicht langweilig, ist es aber nicht. Gerade als Anfänger kann man schon mit zwei oder drei Tönen auf dem Bass ganze Songs mitspielen, was zu Beginn bereits extrem motivierend ist.
E-Bässe gibt es in zwei unterschiedlichen Größen. Man spricht hier von Mensuren (die Mensur ist die schwingende Saitenlänge).
Shortscale Bässe
Der "Shortscale" hat einen relativ kurzen Hals. Dieser lässt sich für Kinder und Jugendliche leichter spielen, weil die Bünde enger zusammen sind und man die Finger nicht so spreizen muss. Der Ton ist weicher und runder. Früher hat man diesen Bässen nachgesagt, dass sie nicht so viel "Wumms" haben wie die großen Bässe. Aber dank moderner Tonabnehmertechnik ist dies längst Geschichte.
Logscale Bässe
Die "Longscaler" haben einen wesentlich längeren Hals und bieten damit einen härteren Grundsound. Außerdem ist die Gewichtsverteilung bei den Longscale Bässen etwas besser und sie sind selten kopflastig. Wer sich zutraut, seine linke Hand ein bisschen zu quälen, sollte in jedem Fall einen Longscale spielen.
Ansonsten gelten beim Erstkauf die gleichen Richtlinien wie bei der Gitarre. Der erste eigene Bass sollte gut in der Hand liegen und einem nicht zu schwer vorkommen. Die Saitenlage darf nicht zu hoch sein und der Bass sollte sich auch in den höheren Lagen einfach spielen lassen. Auch wenn Ihr selbst noch nicht spielen könnt, nehmt das Instrument in die Hand und spielt ein paar Töne. Der erste Eindruck trügt meist nicht. Einsteigerbässe inkl. Combo gibt es ab ca. 150,- EUR. Wählt man die individuelle Lösung, d.h. man sucht sich Bass und Amp getrennt aus, wird´s ein bisschen teurer.
Was man sonst noch braucht? In jedem Fall ein gutes Metronom. Jeder Bass-Einsteiger sollte vom ersten Tag an mit dem Metronom üben. Sonst lassen sich später nur sehr schwer wieder auszutreibende Timing-Schwierigkeiten verhindern!
Noch ein Tipp vom Fachmann: Für den Anfang sucht Euch (natürlich neben Eurem Unterricht!) ein paar Play-Alongs aus. Die können in den ersten Wochen eine Band ersetzen. Aber ein wirklich guter Bassist wird man nicht, wenn man alleine spielt. Sucht Euch spätestens nach einem halben Jahr eine Band. Das Metronom ist zwar gnadenlos, kann aber einen echten Schlagzeuger in keinem Fall ersetzen.