Die Geschichte der Mundharmonika und ihrer Erfindung ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist nur, dass bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland Mundharmonikas gebaut wurden. Der weltumspannende Siegeszug dieser kleinen und für jedermann erschwinglichen Instrumente begann erst richtig im Jahre 1857. In diesem Jahr begann Matthias Hohner mit der Produktion von Mundharmonikas. Seine Instrumente gewannen Medaillen und Preise bereits 1871, 1873 und vor Allem auf der Weltausstellung 1876 in Philadelphia. Schon 1887 produzierte Hohner über eine Million Mundharmonikas pro Jahr. Die verschiedenen Bauformen finden in praktisch jeder Musikrichtung Anwendung. Von Volks- und Wanderliedern, über Folk und Blues, bis hin zu Jazz und Rock- für jeden Stil gibt es das passende Instrument. Virtuosen wie Stevie Wonder, Larry Adler, Jean „Toots“ Tielemanns oder Franz Chmel (der sogar klassische Musik auf der Mundharmonika spielt) haben bewiesen, dass es nichts gibt, was man auf einer Mundharmonika nicht spielen kann.
Die verschiedenen Bauformen im Detail:
Die verschiedenen Bauformen im Detail:
- Die Richter Modelle benannt nach dem Erfinder dieser Tonanordnung, „Richter“. Die Töne dieser Mundharmonikas sind diatonisch (diatonisch = im Rahmen einer Dur-, oder Moll- Tonleiter) angeordnet. Daher gibt es alle Modelle in allen Tonarten.
Einsatz: Folk, Country, Shanty, hauptsächlich Blues und Rock.
- Die Wiener Oktav Modelle zweireihige, so genannte „Doppel- Kanzellen“ Modelle mit diatonischer Stimmung. Zum Teil in verschiedenen Tonarten erhältlich. Die obere und untere Stimmplatte haben die gleichen Töne, jedoch im Abstand einer Oktave.
Einsatz: volkstümliche Musik, Shanty.
- Die Tremolo Modelle ebenfalls ein zweireihiges, also Doppel- Kanzellen Modell mit diatonischer Stimmung. Zum Teil in verschiedenen Tonarten erhältlich. Bei dieser Bauform haben die obere und untere Stimmplatte die gleiche Tonhöhe. Da die beiden gleichzeitig erklingenden Töne minimal zueinander „verstimmt“ sind, entsteht ein silbriger, schwebender Klang.
Einsatz: volkstümliche Musik, Shanty.
- Chromatische Modelle erkannt man an dem Schieber. Mit diesen Modellen kann man alle sog. „Halbtöne“ spielen. Wie bei einem Klavier, kann man mit einer Mundharmonika in C eigentlich in allen Tonarten spielen. Da die spezielle Spieltechnik allerdings recht schwierig ist, gibt es einige Modelle auch in anderen Tonarten.
Einsatz: Melodiespiel praktisch aller Stilrichtungen, auch Klassik, Jazz, Schlager, Shanty. Im Blues eher selten verwendet.
- Orchester Mundharmonikas finden Verwendung in Mundharmonika- Ensembles. Es gibt reine Bass- instrumente und reine Akkord- Instrumente. Zusammen mit einem Melodie- instrument, wie z.B. einer chromatischen Mundharmonika, hat man eine komplette Mundharmonika Band.









