Einsteigertipps KlarinettenDie Klarinette gehört zur Familie der Holzblasinstrumente und kann in der Regel von Kindern ab acht Jahren gespielt werden. Früher wurde sie überwiegend in klassischen Orchestern eingesetzt, heute ist das Instrument in vielen musikalischen Stilrichtungen zuhause, wie z.B. auch im Jazz oder Klezmer.
SystemeMan unterscheidet zwischen zwei ganz unterschiedlichen Systemen und damit verbundenen Griffweisen:
Das Deutsche System und das Böhm-System. Als Th. Boehm 1832 das Boehm-System vorstellte, waren die deutschen Instrumentenbauer nicht gewillt dieses neue System zu übernehmen und bauten weiterhin Klarinetten mit deutschem System. Boehm wanderte nach Frankreich aus und konnte dort die renommierten Instrumentenbauer Buffet und Klosé von seinem neuen System überzeugen. Die Franzosen exportierten ihre Instrumente in die ganze Welt und so wurde das Boehm-System weltweit bekannt.
In der Regel entscheidet der Klarinettenlehrer, ob das Deutsche oder das Böhmsystem gespielt werden soll. In Deutschland wird überwiegend „Deutsch“ gespielt, während der Rest der Welt das Böhm-System bevorzugt. Dieses Phänomen spiegelt sich auch in der Auswahl der Instrumente wieder: Deutsche Klarinetten werden hauptsächlich in Deutschland und Österreich gebaut, sind meist aus hochwertigem Grenadillholz, und kosten im Einsteigersegment um die 800€. Böhmklarinetten werden auch in Fernost produziert und schon zu viel günstigeren Preisen angeboten. Eine Kunststoffklarinette mit Böhmsystem kann man schon ab € 400,- bekommen.
Wieviel Klappen braucht der Mensch?Das Böhm-System wird nur in zwei Varianten gefertigt: 17 oder 18 Klappen, wobei die 18. Klappe lediglich ein Es-Heber ist. Es reichen für den Anfang auf jeden Fall 17 Klappen aus.
Die Klarinetten mit deutschem System fangen bei sechzehn Klappen (16, 18, 20, 22, 27) an und enden bei 27 Klappen. Hier ist es empfehlenswert zumindest eine 20-klappiges Instrument zu wählen.
PflegeDie Klarinette ist ein sehr empfindliches Instrument. Dies ist in der Hauptsache damit begründet, dass das Instrument einen Holzkorpus hat, der sich bei Feuchtigkeit und Wärme ausdehnt. Deshalb ist es wichtig, das Instrument immer nach dem Spielen gründlich trocken zu wischen!
Die Klappen sind versilbertem Neusilber und können sich verbiegen. Lassen Sie sich das Zusammenbauen und Auseinanderbauen entweder von Ihrem Lehrer oder von Ihrem Fachhändler zeigen.
Wie bei der Blockflöte wird die Klarinette über bekorkte Zapfen zusammengesteckt. Diese müssen regelmäßig gefettet werden.
MundstückMeist wird bei den „Schülerklarinetten“ ein passendes Mundstück mitgeliefert, was den Ansprüchen eines Anfängers genügt. Sollte man jedoch vorher auf einem Leihinstrument gespielt haben und kauft sich jetzt sein erstes Eigenes, kann die Umstellung schon sehr massiv sein. Probieren Sie das Mundstück in jedem Fall aus.
BlätterNeben dem Mundstück sind natürlich auch die Blätter wichtig für das erste Spielgefühl sowie für den Klang des Instrumentes. Wenn Sie anfangen Klarinette zu spielen, sollten Sie relativ preisgünstige, dünne Blätter auswählen. Sie werden am Anfang einen relativ hohen Verschleiß an Blättern haben. Das ist normal und pendelt sich nach einer Zeit ein. Lassen Sie sich von Ihrem Fachhändler diesbezüglich beraten. Denn zu dicke Blätter können gerade am Anfang zur Quälerei werden.
Was man sonst noch braucht?- Ausreichend Blätter: Sparen Sie gerade daran auf keinen Fall. Abgespielte und angebissene Blätter machen das Spiel anstrengend.
- Bissplatten: Das sind Plättchen, die auf das Mundstück geklebt werden, um es vor unnötigen Zahnabdrücken zu schützen. Mundstücke sind teuer.
- Klarinettenständer: Wenn das Instrument immer griffbereit liegt, übt man häufiger!
- Wischer: Kaufen Sie nicht so teure, sondern lieber zwei mal pro Jahr einen Neuen.