Blockflöten-Hinweise für Einsteiger
Nach wie vor ist die Blockflöte das Einsteigerinstrument Nummer Eins - und das nicht ohne Grund. Sie ist ein kleines, relativ leicht zu erlernendes Instrument, das gerade Kindern den Einstieg in die Welt der Musik leicht macht. Oft wird sie zu Unrecht belächelt, aber wenn man nachfragt, stellt man selbst bei vielen Profimusikern fest, dass auch sie als Kind zunächst mit der Blockflöte angefangen haben. Viele weiterführende Instrumente wie Querflöte, Klarinette oder Saxophon bauen auf der Grifftechnik der Blockflöte auf.
Das Blockflötenspiel kann von Kindern im Zuge der Musikalischen Früherziehung schon im Alter von vier bis sechs Jahren erlernt werden. Manchmal wird in dieser Altersklasse mit einer pentatonischen (5-tönigen) Flöte begonnen. In der Regel aber fängt man mit der „normalen“ Blockflöte an. Hier eigenen sich besonders die Sopran-Blockflöten in C-Dur. Diese Flöten gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Zu Anfang sind sog. „Schulblockflöten“ völlig ausreichend. Diese gibt es aus Holz oder Kunststoff, oder aus beiden Materialien kombiniert.
Holz oder Kunststoff?
Flöten aus Kunststoff haben den Vorteil, dass der bei Kindern auftretende vermehrte Speichelfluss dem Kunststoff nichts anhaben und die Flöte einfach gereinigt werden kann. Sie sind sehr preiswert und können nach der Reinigung auch an andere Kinder (zum Beispiel im Klassenverband) weitergegeben werden. Doch aufgepasst: Kaufen Sie auch eine Plastikblockflöte immer im Fachhandel! Die teilweise von Supermarktketten und diversen Kaffeelieferanten auf den Markt gebrachten Instrumente sind meistens in sich nicht sauber gestimmt. Das merkt Ihr Kind dann besonders im Zusammenspiel mit anderen und hat das Nachsehen, denn diese Fehler können nicht durch Spieltechnik ausgeglichen werden. Darum lohnt es sich nicht, ein bis zwei Euro zu sparen, denn Ärger und Frust in der ersten Unterrichtsstunde sind vorprogrammiert.
Holzflöten klingen meist voller und wärmer als Flöten aus Kunststoff. Bei Holzflöten ist der im Kopfstück befindliche Block (daher der Name „Blockflöte“) allerdings sehr gefährdet, wenn er zu nass wird. Er kann aufquellen und herausragen. Dann muss im schlimmsten Fall der Block erneuert werden. Die dafür anfallenden Reparaturkosten überschreiten in der Regel den Neuanschaffungspreis.
Für Kinder besonders empfehlenswert sind deshalb kombinierte Blockflöten aus einem Kunststoffkopf und einem Holzkorpus. Diese kosten zwar etwas mehr als reine Kunststoffflöten, vereinen dafür aber die Vorteile beider Materialien: der Kopf aus Kunststoff ist robust und unempfindlich, der Holzkorpus sorgt für einen schönen, vollen und klaren Klang.
Deutsche oder barocke Griffweise?
Diese Entscheidung wird Ihnen in der Regel von den Musiklehrern/innen abgenommen. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf über die benötigte Griffweise zu informieren. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Doppellochbohrung nicht gleichbedeutend mit barocker Griffweise – die Einzellochbohrung nicht gleichbedeutend mit der deutschen Griffweise!
Die barocke Griffweise kommt, wie der Name schon sagt, aus dem Barock. Die deutsche Griffweise wurde erst im letzten Jahrhundert erfunden, um das Spielen des Tones „f “ zu erleichtern. Dadurch sind aber leichte Unsauberkeiten in der Intonation entstanden. Für den Schulalltag und das erste Instrument ist das nicht wichtig, aber das ist der Grund, warum alle teuren und guten Blockflöten, die aus dem Schülerbereich herausragen, die barocke Griffweise haben. Wenn Sie mitentscheiden können, welche Griffweise Ihr Kind erlernt, sollten Sie deshalb auf jeden Fall für die barocke Griffweise eintreten.
Pflege der Blockflöte
Eine Blockflöte ist ein relativ unempfindliches Instrument. Wichtig ist, die Flöte nach jedem Spiel mit dem meist zum Lieferumfang gehörenden Wischer auszuputzen. Auch wenn es sich um eine Plastikflöte handelt, sollten Sie Ihr Kind anhalten, das Instrument zu reinigen. Holzblockflöten bestehen in Regel aus mindestens zwei, teurere Flöten aus drei Teilen. Das Zusammenstecken erfolgt über einen Zapfen, der mit Kork verkleidet ist. Dieser Kork muss regelmäßig gefettet werden! Hier gilt: Weniger ist mehr! Benutzen Sie zuviel Fett, löst dieses den Klebstoff und der der Kork wird brüchig. Dann lässt sich die Flöte nicht mehr zusammenstecken. Wird die Flöte jedoch zu wenig gefettet, wird das Zusammenbauen ein Kraftakt. Im schlimmsten Fall, bekommen Sie das Instrument nicht mehr auseinander.
Muss eine Blockflöte gestimmt werden?
Nein! Das ist praktisch auch nicht möglich. Alle Versuche, das Instrument durch auseinanderziehen
nachzustimmen, sind zum Scheitern verurteilt!
Die Regel lautet: alle Spieler/innen einer Gruppe sollten Flöten vom selben Hersteller spielen!